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Juryarbeit am 10.12.2010 in Anklam




Zur Juryarbeit
Otto Kummert

Die uns aus den Erfahrungen vorangegangener Wettbewerbe zugewachsene Ermutigung, den Bogen der studentischen Plakatbiennale geistig und räumlich weiter zu umschlagen, kann angesichts seiner nun eingebrachten Ernte alle zweifelnde Zurückhaltung vergessen lassen. Die Antwort auf durchaus nicht unbegründete recht vielfältige Bedenken hat die junge Designergeneration inhaltlich unerwartet engagiert mit beachtlichem gestalterischem Vermögen selbst gegeben. Die inzwischen hohen Einsendezahlen sprechen für sich. Die Biennalebewegung ist über ihre begrenzten Anfangsziele hinausgewachsen und zwar nicht nur territorial. Sie ist zu einer geistig-kreativen Herausforderung unter jungen Designern und einer Anregung an vielen Designschulen in Europa geworden. Die Situation der uns umgebenden Meere wird von den jungen Designern fast ausnahmslos mit tiefer Ernsthaftigkeit gestaltet. Dabei sind differenzierteste Berührungsängste dem Meer naheliegender Nationen auf erstaunlich vielfältige Weise plakativ ins Bild gesetzt. Die kritisch beunruhigte Gesellschaft fi ndet in der ideenreichen Visualisierung ihrer Problemsicht durch die studentische Plakatbiennale eine unüberhörbar mahnende Stimme. Wie in vielen vorangegangenen Plakatjurys erfahren, musste natürlich und zwangsläufi g auch die unter fachlich-qualitativen Gesichtspunkten und Erfahrungen einberufene Jury eine schwierige Arbeitsphase durchstehen. Die mehrere hundert Entwürfe umfassende Plakatversammlung: miteinander – nebeneinander - gegeneinander, in der jedes visuell lautstark für sich nach Beachtung ruft, droht eine hoffnungslos verwirrende Stimmung aufkommen zu lassen.
Nun, es gilt als eine der gelobten Tugenden eines wirkungsvollen Plakats, sich nicht nur schlechthin gegen konkurierende Nachbarn zu behaupten, sondern um jeden Preis visuelles Durchsetzungsvermögen zu zeigen. Die Jury, wenngleich nie frei von subjektiver Sehweise im Einzelnen, hat den Grundprinzipien Sachkenntnis vor subjektiver Empfi ndung, Mehrheits- gegen Einzelmeinung folgend ihre oft nicht leichten Entscheidungen getroffen. Um den kommunikativen Absichten und qualitativen Zielen der Wettbewerbsausschreibung möglichst nahe zukommen, fand die Juryarbeit nach einigen folgenden Grundforderungen an das Plakat zu den nun vorliegenden Entscheidungen:
Bildfindung, Originalität: Liegt dem Entwurf eine deutliche eigene Bildidee zugrunde? Ist die Idee dem Wettbewerbsauftrag angemessen? Schafft die konkrete Inhaltsbezüglichkeit die notwendige Assoziationsfähigkeit?
Visuelle Form, Prägnanz: Erreicht die gestalterische Arbeit visuelle Prägnanz? Kann die formale Bewältigung der gefundenen Idee dem einem Plakat ureigenen ästhetischen Anspruch genügen?
Verständlichkeit: Erfüllen die eingebrachten gestalterischen Mittel die Forderung nach Klarheit in der kommunikativen Vermittlung?
Inhaltliche Überzeugungsfähigkeit: Gewinnt die geistige Haltung des Gestalters zu seinem Auftrag Überzeugungskraft?